Las góndolas en los antiguos grabados y pinturas de Venecia
Wer verstehen möchte, wie wichtig die Gondel im Alltag Venedigs war, sollte einen Blick auf die alten Drucke und Gemälde werfen, die in Museen und historischen Sammlungen erhalten sind. Lange bevor sie zu einem der bekanntesten Symbole der Welt wurde, war die Gondel schlicht das Verkehrsmittel der Stadt.
Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich einen venezianischen Stich aus dem 18. Jahrhundert genauer betrachtete. Eigentlich suchte ich nach Details der Paläste und Plätze, doch stattdessen begann ich, die Gondeln zu zählen. Sie waren überall: vor den Märkten, entlang des Canal Grande, bei den Kirchen und sogar in den alltäglichsten Szenen. Es wurde sofort deutlich, dass Venedig viel stärker auf dem Wasser lebte, als wir es heute oft vorstellen.
In den berühmten Werken von Malern wie Canaletto und Francesco Guardi erscheinen Gondeln ständig. Sie sind selten das eigentliche Hauptmotiv, gehören aber zum Stadtbild wie heute Autos, Fahrräder oder Busse zu unseren Straßen.
Beim Betrachten dieser Bilder entdeckt man interessante Details. Die Gondeln vergangener Jahrhunderte waren oft mit dem Felze ausgestattet, einer Kabine aus Holz und Stoff, die die Fahrgäste vor Regen, Sonne und neugierigen Blicken schützte. Viele Drucke zeigen voll besetzte Gondeln mit Händlern, Adligen, Botschaftern und einfachen Bürgern.
Auch ausländische Künstler waren von diesen Booten fasziniert. Während der Grand Tour im 18. und 19. Jahrhundert kauften viele Reisende venezianische Stiche und Gemälde als Erinnerungsstücke. In fast allen diesen Werken nimmt die Gondel einen Ehrenplatz ein und trug dazu bei, das romantische Bild Venedigs in der ganzen Welt zu verbreiten.
Ein wichtiger Unterschied fällt jedoch auf: Die Kanäle waren früher deutlich belebter als heute. Hunderte von Gondeln bewegten sich gleichzeitig zwischen Häusern, Märkten und Palästen und machten die Wasserwege zu einem lebendigen Straßennetz.
Auch heute kann man sich bei einer Fahrt mit der Gondel dieses verschwundene Venedig vorstellen. Viele der Ansichten, die Canaletto und Guardi gemalt haben, sehen noch immer erstaunlich ähnlich aus, und vom Wasser aus fühlt man sich oft, als wäre man direkt in eines ihrer Gemälde eingetreten.



